Pia Douwes
 
Darsteller Thomas Borchert Pia Douwes Yngve Gasoy-Romdal Uwe Kröger Bastiaan Ragas Tooske Ragas Patrick Stanke

 
 


 
Interview mit Pia Douwes, Jurorin und Coach bei „Ich Tarzan, Du Jane!“
(ab 29.2.2008, 20.15 Uhr, Sat.1)

„Ich setze mir jeden Abend ein neues Ziel“
 

Wie gefällt Ihnen Ihre Rolle als Jurorin bei „Ich Tarzan, Du Jane!“ bisher?
Ich war bereits in der Jury einer Musical-Casting-Show im holländischen Fernsehen und habe mir anfangs die Frage gestellt, ob ich das noch einmal machen möchte. Für meine Zusage für Sat.1 war entscheidend, dass ich zwei Rollen ausfülle: Ich sitze nicht nur in der Jury, sondern werde in den Workshops auch mit den ausgewählten Kandidaten als Coach arbeiten. Das ist mir deshalb so wichtig, weil ich nicht nur beurteilen und aussortieren möchte, ich will auch die Entwicklung der Kandidaten mitverfolgen können und sie auf ihrem Weg unterstützen.

Zwei Auditions in Hamburg und Essen liegen hinter Ihnen. Wie sieht Ihre Zwischenbilanz aus?
In beiden Städten haben sich sehr unterschiedliche Kandidaten beworben. Während in Hamburg mehr Profis am Start waren, hatten wir in Essen mehr unbekannte Talente von verschiedener Qualität. Manchen muss man deutlich sagen: „Du hast beim Musical nichts zu suchen!“ Bei anderen erkennt man hinter viel Unsicherheit das schlafende Talent. Ob jemand die nötige Ausstrahlung hat, erkennt man sowieso nach wenigen Sekunden. Anschließend sieht man dann, ob jemand singen und sich bewegen kann. Das ist extrem wichtig, denn wir sind nicht beim Gesangs-Casting für eine Plattenaufnahme. Im Musical geht es darum, eine Geschichte zu erzählen – und dafür braucht man mehr als Talent und Ausstrahlung.

Konkret gefragt: Was braucht Tarzan, was braucht Jane, damit Sie sagen: Du bist es!?
Jane hat als Tochter eines englischen Naturwissenschaftlers einerseits diese britische Haltung, diese Finesse, andererseits läuft sie mit großen Augen durch den Dschungel und bewundert ihre Umgebung aus Pflanzen, Blüten und Lebewesen auf eine ganz natürliche Weise. Es gibt weniger äußerliche Anforderungen für diese Rolle als eine gewisse Ausstrahlung, die sie haben muss. Und sie braucht sehr viel schauspielerisches Talent, Humorbegabung und eine starke Popstimme. Schließlich hat Phil Collins die Musik geschrieben. Aufgrund der hohen schauspielerischen Anforderungen würde ich sagen, dass Bewerberinnen mit Erfahrung gegenüber Anfängern leicht im Vorteil sind. Bei Tarzan sieht das etwas anders aus. Tarzan ist im Urwald aufgewachsen, er geht im positiven Sinne naiv an seine Umwelt heran. Die Bewerber dürfen nicht zu viel Routine ausstrahlen, sondern benötigen eine große Natürlichkeit. Auch Tarzan muss selbstverständlich viel Gesangstalent mitbringen. Rein äußerlich sollte er nicht zu klein sein. Er muss nicht unbedingt ein Muskelberg sein, aber die körperliche Leistung, die man als Tarzan vollbringen muss, ist enorm.

Was heißt es, achtmal die Woche auf der Bühne zu stehen?
Ich habe 22 Jahre Erfahrung und habe z. B. „Elisabeth“ mehrere hundert Male gespielt. Und trotzdem: Ich setze mir jeden Abend ein neues Ziel. Als Musical-Darsteller muss man bereit sein, ständig an sich zu arbeiten, sich jeden Abend neu erschaffen zu wollen. Jeder im Publikum hat durch die Eintrittskarte das Recht auf eine grandiose Vorstellung. Das ist Ziel meines Berufes. Und das erreicht man nur durch Freude, Offenheit und sehr viel harte Arbeit. Auch das sollten alle bedenken, die zur Audition gehen und diesen Beruf ergreifen wollen.
Musical lebt von großen Gefühlen, von emotionalen Schauspielmomenten und Songs. Woher nehmen Sie als Darstellerin Abend für Abend die physische und emotionale Kraft dafür? Egal in welchem Job, diese Frage stellt sich sicher jeder jeden Tag. Woher nehme ich die Energie? Ich liebe meine Arbeit, ich kann gar nicht anderes, ich muss das machen. Mein Körper und meine Seele sagen mir das! Das macht die Sache sicher leichter, auch wenn eine Riesenrolle wie die Elisabeth achtmal die Woche eine große Aufgabe bleibt. Wenn man mit einem Musical auf Tournee geht, hält einen das natürlich auch frisch. Oder man spielt ab und zu mit der Zweitbesetzung, auch das ist eine Herausforderung, die mir Spaß macht. Wenn man sein Privatleben dann noch so gestaltet, dass es einen guten Ausgleich darstellt, ist das alles zu schaffen.

Wie sieht das bei Ihnen konkret aus? Sie wirken nicht wie jemand, der zu Hause lange auf dem Sofa liegt.
Nein, nein, ich bin eine sehr energiegeladene Person. Manchmal mache ich sogar ein bisschen zu viel. Ich werde auch älter und merke, dass sich der Energievorrat ändert, was ich nicht so toll finde, denn das bin ich nicht gewohnt. Ich bin ein aktiver Mensch und grenzenlos neugierig. Ich verbringe aber auch gern viel Zeit mit meinen Brüdern, Eltern, Neffen, Nichten und Freunden.

Sie waren z. B. in Russland mit „Cats“ auf Tournee. Gibt es Unterschiede in den Publikumsreaktionen zwischen einzelnen Ländern? In Holland steht das Publikum am Ende direkt auf und klatscht, in Deutschland hat das schon eine größere Bedeutung, wenn die Leute aufstehen. Ob die Leute mehr oder weniger enthusiastisch sind, hängt manchmal auch von ganz anderen Dingen ab. Wenn es draußen z. B. 35 Grad ist oder die Leute noch etwas müde in der Sonntagvormittag-Vorstellung sitzen, wird in der Regel etwas weniger geklatscht. Aber im Prinzip habe ich noch nie ein Publikum erlebt, das nach einer Vorstellung nicht begeistert reagiert hat.

Warum sind Musicals weltweit so erfolgreich? Während ich mich im normalen Leben oft zurückhalten muss, darf ich im Musical Emotionen zeigen. Das gilt für mich als Darstellerin wie fürs Publikum. Musik macht sehr viel mit Menschen. Wir drücken Emotionen aus und das in drei Disziplinen: Tanz, Gesang, Schauspiel – das ist einzigartig. Musicals sind mehr als Bühnenstücke, sie sind ein emotionales Erlebnis. Ich als Darstellerin kann auf der Bühne lachen, weinen… Natürlich geht es nicht darum, mich selbst zu spielen, aber ich greife auf die Erfahrungen zurück, die ich in meinem Leben gemacht habe. Auf das „Tarzan“-Musical bezogen, könnte man sich zum Beispiel überlegen: Wie ist das für Jane, wenn der Vater von Tarzan stirbt? Wie ist das für Tarzan selber? Wie geht man damit um? Emotionen zeigen zu können, ist das Schönste an diesem Beruf.

In einem Internet-Portal kursiert ein Mitschnitt von „Frei und schwerelos“ aus „Wicked“, das Sie auf einem Openair- Festival singen. Was geht bei einem so mitreißenden Lied in Ihnen vor? Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich bei dem Auftritt viel Freude in mir gespürt habe. Ich trete gern unter freiem Himmel auf, auch mal ohne Perücke und Schminke – und schwebe einfach so dahin! Die Nummer ist so toll geschrieben, weil sie wirklich etwas in einem löst. Man fühlt sich tatsächlich so, wie es der Text aussagt: frei und schwerelos.
Interview: Jörg Kanzler


Musical-Ikone Pia Douwes ist auf die Kandidaten gespannt.
Sendetermin: ab 29.02.2008, 20.15 Uhr, Sat.1
Foto: Copyright (c) Sat.1/Frank Dicks

Die Musical-Ikone: Pia Douwes
 

Pia Douwes, 1964 in Amsterdam geboren, gehört zu den bekanntesten europäischen Musical-Darstellerinnen und gilt unter Musical-Fans als Ikone. Sie hat im Laufe ihrer Karriere das Gesicht und den Erfolg von Musicals als Hauptdarstellerin weltweit mitgeprägt. Ihre Laufbahn begann Douwes 1986 mit einer ersten Rolle in Little Shop of Horrors in Wien. Es folgten Hauptrollen in Cats und Les Miserables, ehe ihr 1992 der Durchbruch gelang. Als Kaiserin Elisabeth machte Douwes das gleichnamige Stück in Wien gemeinsam mit Uwe Kröger zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Musicals aller Zeiten (bis 1994). Danach spielte sie Rollen wie Rizzo in Grease, Eva Perón in Evita, Sally Bowles in Cabaret sowie diverse Musical-Galaabende und -konzerte. 1999 war Pia Douwes als Velma Kelly in dem Musical Chicago in der niederländischen Uraufführung zu sehen, danach noch einmal in der Titelrolle der holländischen und deutschen Erstaufführung von Elisabeth. Nach insgesamt über 900 Vorstellungen als österreichische Kaiserin kehrte sie im Februar 2002 nach Holland zurück, um in dem Broadway- Musical Fosse mitzuwirken. Im März 2003 bekam Pia Douwes die Chance, die Milady de Winter bei der Weltpremiere des Musicals Die drei Musketiere zu kreieren. 2004 folgten zwei weitere Höhepunkte ihrer Karriere direkt hintereinander: Sie brillierte als Velma Kelly am Londoner Westend und danach am Broadway. Zurück in ihrem Geburtsland Holland, spielte sie bis 2005 die Clara in dem Musical Passion. Seither stand sie als Milady de Winter bei der deutschen Uraufführung in Berlin sowie als Elisabeth und als Milady de Winter in Stuttgart auf der Bühne. Zuletzt arbeitete Pia Douwes als Jurorin und Coach im niederländischen TV bei der Musical-Castingshow „Op zoek naar Evita“.

„FEHLER PASSIEREN, AUS IHNEN ZU LERNEN, ZEIGT GRÖSSE“
– INTERVIEW MIT PIA DOUWES

Wie sehen Sie Ihre Rolle innerhalb der Jury?

Ich bringe meine langjährige Erfahrung als professionelle Musicaldarstellerin in die Jury ein und sehe mich vor allem als Coach: Ich möchte am Ende unserer Casting Show die beste Jane und den besten Tarzan als Gewinner sehen – und auf dem Wege dahin möchte ich mein Fachwissen nicht nur durch meine Jury-Kommentare, sondern vor allem auch durch intensives Coaching weitergeben. Die jungen Talente künstlerisch wachsen zu sehen, zu erleben, welche Fortschritte sie von Woche zu Woche sie durch meine künstlerischen Hilfestellungen machen: das ist für mich ganz wesentlich.

Welche Fähigkeiten müssen die Kandidaten mitbringen, um Sie als Tarzan und Jane zu überzeugen?
Sie müssen alle drei Disziplinen beherrschen, die ein Musicaldarsteller „draufhaben“ muss: Tanz, Gesang und Schauspiel. Darüber hinaus müssen sie offen sein für Zusammenarbeit, denn sie werden in der Show Abend für Abend als Partner auf der Bühne arbeiten. Außerdem wichtig für beide Rollen sind eine spielerische Offenheit, eine bewusste Körperlichkeit und eine natürliche Ausstrahlung.

Was ist der schlimmste Fehler, den ein Kandidat machen kann?
Der schlimmste Fehler ist es, Anmerkungen und Anregungen der Jury und der Coaches nicht umsetzen zu wollen – denn das zeigt, dass man nicht offen für die so enorm wichtige Zusammenarbeit ist. Fehler als solche passieren und sind nicht schlimm. Aber daraus zu lernen, zeigt Größe.

Fällt es Ihnen schwer, einen Kandidaten nach Hause zu schicken und damit seinen Traum zu zerstören? Natürlich fällt es mir schwer, wenn ich einem jungen Künstler seinen Traum nehmen muss, aber am Ende kann es eben nur eine Jane und einen Tarzan geben.
 


 

Die in Amsterdam geborene Pia Douwes gehört europaweit zu den erfolgreichsten und beliebtesten Musicalstars. Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie u. a. in der deutschsprachigen Erstaufführung von LITTLE SHOP OF HORRORS (Wien), als Maria in WEST SIDE STORY (Niederlande, Österreich) und in der Rolle der Fantine in LES MISERABLES (Niederlande). In der Welturaufführung des Erfolgsmusicals ELISABETH in Wien spielte Pia Douwes die Titelrolle. Sie prägte die Rolle der Elisabeth ebenfalls in den Produktionen in Essen und Scheveningen, sowie zuletzt in Stuttgart.

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Weitere Rollen, die sie unter großem Beifall spielte, sind u. a. Grizabella in CATS (Amsterdam, Wien, Moskau), Rizzo in GREASE (Wien), Sally Bowles in CABARET (Deutschland, Amsterdam) und Janet in der ROCKY HORROR SHOW (Deutschland). Außerdem wirkte sie in zahlreichen Tourproduktionen durch Belgien und die Niederlande mit, u. a. als Evita Perón in EVITA, als Clara in PASSION und als Solistin in FOSSE. Auch am Broadway und am Londoner West End konnte Pia Douwes das Publikum begeistern. Dort stand sie in der Rolle der Velma Kelly in CHICAGO und als Beggar W

xml:namespace prefix = st1 />oman in SWEENEY TODD auf der Bühne.

 

Zusammen mit Marika Lichter, Uwe Kröger und Viktor Gernot gestaltete sie die Konzertreihe STILL IN LOVE WITH MUSICAL. Außerdem synchronisierte Pia Douwes Walt-Disneys „Pocahontas“ im gleichnamigen Trickfilm.

Für ihre Darstellung der österreichischen Kaiserin Elisabeth wurde sie mehrfach von Fachpresse und Publikum ausgezeichnet, u. a. erhielt sie den IMAGE-Award (Deutschland) und den John Kraaijkamp Musical Award (Niederlande), außerdem wurde sie mehrmals von den Lesern des Fachmagazins „musicals“ zur beliebtesten Darstellerin gewählt.

Die anspruchsvolle Rolle der Milady de Winter in 3 MUSKETIERE wurde von Pia Douwes bereits in der Welturaufführung in Rotterdam geprägt. In der Berliner und Stuttgarter Inszenierung spielte sie ebenfalls die gefährliche Femme Fatale, die als einzige Frau im Degenkampf auf der Bühne „ihren Mann steht“.


 


 

Dezemberlieder
(December Songs)

Musik und Text von Maury Yeston
Deutsch von Wolfgang Adenberg

 

Maury Yeston ist ein Wanderer zwischen den Welten. Er schreibt erfolgreiche Broadway-Musicals wie Nine oder Titanic, aber auch klassische Cellokonzerte für Yo-Yo Ma oder eine Kantate für 2000 Stimmen. Zum hundertjährigen Bestehen der Carnegie Hall 1991 schuf er die December Songs, einen Liedzyklus, der von Schuberts und Müllers Winterreise inspiriert ist. Nur geht diesmal kein verlassener Mann durch einen österreichischen Winterwald, sondern eine verlassene Frau geht durch das winterliche New York und reflektiert über ihre Trauer. Ab und zu blitzen Reminiszenzen an die Winterreise auf: Sieht Schuberts Wanderer etwa drei Sonnen am Himmel stehen, so sind es bei Yeston zwei Monde, lockt bei Schubert der Lindenbaum zur Ruhe, so ist es bei Yeston der Fluss, usw. Zehn faszinierende Lieder über ein immer aktuelles Thema.

 

Wolfgang Adenberg: "Ich bin sehr stolz, dass meine deutschen Texte nun bald aus dem Mund der unvergleichlichen Pia Douwes zu hören sind, mit der ich soeben eine CD der Dezemberlieder aufgenommen habe. Begleitet von Marina Komissartchik am Klavier, ist eine Aufnahme entstanden, von der Maury Yeston selbst sagt, sie sei 'stunning and beautiful'."
Am 18. 4. 2007 wird Pia die CD im großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks in Saarbrücken vorstellen und die Dezemberlieder live vortragen. Ab diesem Datum wird auch die CD erhältlich sein.
Kartenhotline: 0681/93 69 90 oder im Internet auf